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Vorträge

Jenseits von Gut und Böse - Michelangelos Jüngstes Gericht (Elisabeth Marie Hofmann, Berlin)
Michelangelo realisiert seine Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Sixtina mit einer geradezu skrupellosen Radikalität. Unüberschaubar, kontrovers und zum Teil widersprüchlich sind denn auch die Deutungen des Freskos, das bis heute als Projektionsfläche religiöser Inhalte dient und sich somit letztendlich jeder eindeutigen theol. Klassifizierungen entzieht.

Die Muschelschale am Strand - zum Verhältnis von Kunstgeschichte und Psychoanalyse (Moritz S. de Grancy, Berlin)
Wir alle sind visuelle Analphabeten. Darum ist es den verschiedenen Methoden der Kunstbetrachtung gemein, dass sie vom genauen Hinsehen ausgehen. Der Vorgang des Betrachtens von Kunst besteht jedoch nicht nur im Was sehen wir?, sondern auch darin zu fragen, warum ist etwas so und nicht anders? Wenn Kunstgeschichte mittels der Sprache den Zusammenhang zwischen Leben, Ausdruck und Verstehen erforscht, dann bringt sie auch eine psychologische Erzählform hervor.

Bauen im Space Age. Astrofantastische Architektur der Nachkriegsjahrzehnte (Jasmine Wohlwend, Bern)
Das so genannte Space Age war geprägt von optimistischem Fortschrittsglauben und dem Interesse für den Weltraum und extraterrestrische Lebensformen. In Medien, an Ausstellungen und in Konsumartikeln manifestierten sich Bilder der Raumfahrt, die ihren Ursprung sowohl in der realen Raumfahrttechnik als auch im Bereich der Science-Fiction-Kultur haben. Diese Ikonografie hat sich nicht nur in architektonischen Utopien, sondern auch in ausgeführten Bauten niedergeschlagen.

Keine Barrieren - kein Hausarrest. Bewohnbare Differenzen etablieren. (Claudia Marion Stemberger, Wien - Berlin)
Eröffnet das Umfeld zeitgenössischer afrikanischer (Tanz)Performances neue Perspektiven einer Heterogenität kultureller Identitäten - jenseits von Authentizitätskonstruktionen oder Stereotypisierungen? Oder verführt der koloniale Blickwinkel einer medialen Rhetorik dazu, alte wie neue Barrieren klischeehaft zu festigen?

Solarzeichen in Kunst um 1800-1850 (Natalia Bosko, Berlin)
Im 19. Jahrhundert entwickelt sich Symbolik des Bildes nach dem neu erworbenen kulturellen und wissenschaftlichen Kanon. Die Änderungen der Ikonographie werden in den Rahmen des Vortrags auf dem Beispiel eines alten Piktogramms, des Solarzeichens beobachtet.

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